Ein Kunde tippt auf dein Google-Unternehmensprofil, sucht nach dem Feld „Fragen und Antworten“, in dem früher jeder etwas zu Preisen oder Öffnungszeiten fragen konnte – und findet es nicht mehr. Kein Fehler, keine technische Panne. Google hat die Funktion tatsächlich abgeschafft. Wenn du dich fragst, wo dieser Baustein deines Profils hin ist: Er kommt nicht zurück. Aber es gibt etwas, das an seine Stelle tritt und für kleine Unternehmen im Ruhrgebiet sogar mehr bringt.
Was tatsächlich passiert ist
Laut dem offiziellen Änderungsprotokoll der Google-Entwicklerdokumentation wurde die My-Business-Q&A-API am 3. November 2025 vollständig eingestellt. Seitdem lassen sich über die Schnittstelle keine neuen Fragen und Antworten mehr lesen oder veröffentlichen. Die öffentliche Fragen-Box, über die Kunden direkt auf deinem Profil etwas fragen konnten, ist in der Folge bei den meisten Unternehmensprofilen verschwunden.
Für dich als Inhaber heißt das ganz praktisch: Ein Kanal, über den Interessenten bisher öffentlich sichtbare Fragen stellen konnten – „Habt ihr samstags geöffnet?“, „Nehmt ihr auch Laufkundschaft?“ – existiert nicht mehr. Diese Fragen kommen trotzdem. Sie suchen sich nur einen anderen Weg.
Der Ersatz: WhatsApp oder SMS direkt im Profil
Google hat parallel dazu eine Kontaktoption ausgebaut, die für dein Geschäft interessanter ist als die alte Fragen-Box: Du kannst in deinem Unternehmensprofil eine WhatsApp-Nummer oder eine SMS-Nummer als Chat-Kontakt hinterlegen. Kunden sehen dann direkt auf deinem Profil eine Schaltfläche, über die sie dich anschreiben können – ohne Anruf, ohne Formular, ohne Umweg über eine öffentliche Fragen-Liste, in der jeder mitliest.
Laut der offiziellen Google-Hilfeseite richtest du das so ein: Unternehmensprofil öffnen, auf „Profil bearbeiten“ und dann „Kontakt“ gehen, bei „Chat“ auf „Bearbeiten“ klicken, im Dropdown zwischen WhatsApp und SMS wählen und die passende Nummer oder Click-to-Chat-URL hinterlegen. Google weist an derselben Stelle selbst darauf hin, dass diese Chat-Option derzeit nur schrittweise für Regionen und Profile freigeschaltet wird – taucht das Feld bei dir noch nicht auf, ist das kein Fehler deinerseits, sondern eine Frage des Rollouts.
1. Prüfen, ob die Option bei dir schon da ist
Öffne dein Unternehmensprofil, gehe auf „Profil bearbeiten“ → „Kontakt“ und schau, ob bei „Chat“ eine Bearbeiten-Option erscheint. Ist sie noch nicht da, lohnt es sich, in ein paar Wochen erneut nachzusehen.
2. Eine geschäftliche WhatsApp-Nummer nutzen, keine private
Richte dafür WhatsApp Business ein, falls noch nicht geschehen. So bleiben geschäftliche Anfragen von privaten Nachrichten getrennt, und du kannst automatische Begrüßungstexte und Abwesenheitsnachrichten hinterlegen.
3. Reaktionszeit realistisch kommunizieren
Ein Chat-Button weckt die Erwartung einer schnellen Antwort. Hinterlege in der automatischen Begrüßung, bis wann du üblicherweise antwortest, statt die Erwartung offen zu lassen und dann zu enttäuschen.
4. Vorhandene alte Fragen und Antworten sichern
Ist bei dir noch eine alte Fragen-Sektion mit Inhalten sichtbar, kopiere die nützlichsten Fragen und Antworten in ein Dokument oder direkt in die Leistungsbeschreibung deiner Website. Das Wissen war gut – nur der Ort dafür fällt weg.
5. Das restliche Profil jetzt noch vollständiger halten
Mit der Fragen-Box fällt ein Ort weg, an dem Unklarheiten direkt auf deinem Profil geklärt wurden. Das macht die übrigen Felder wichtiger: Öffnungszeiten, Leistungen mit Preisrahmen und aktuelle Fotos sollten lückenlos gepflegt sein, damit gar nicht erst offene Fragen entstehen.
Die alte Fragen-Box war öffentlich und oft veraltet. Ein WhatsApp-Chat ist direkt und persönlich – und genau das erwarten Kunden heute eher von einem kleinen Unternehmen als eine öffentliche Kommentarspalte.
Ein Blick auf das große Ganze: Google baut auf KI-Antworten um
Die Fragen-Box verschwindet nicht im luftleeren Raum. Google testet mit „Ask Maps“ eine von Gemini angetriebene Funktion, die Nutzerfragen zu Orten direkt konversationell beantwortet – gespeist aus Unternehmensprofilen, Rezensionen und Fotos. Laut der offiziellen Ankündigung von Google startete Ask Maps am 12. März 2026 zunächst in den USA und Indien, mit Ausbau auf weitere Länder in den folgenden Monaten.
Für Deutschland gibt es dazu bislang keinen offiziell bestätigten Starttermin. Das ist keine schlechte Nachricht, sondern eine ehrliche Einordnung: Solange Ask Maps hierzulande nicht läuft, bleibt dein vollständig gepflegtes Profil mit echten, aktuellen Informationen der wichtigste Hebel, den du in der Hand hast – und der beste Vorbereitungsschritt für den Moment, in dem KI-Antworten auch bei Google Maps in Deutschland ankommen.
Die Kernaussage: Die öffentliche Fragen-Box war ein Nice-to-have. Ein funktionierender WhatsApp- oder SMS-Kontakt ist ein Anfrage-Kanal. Wer ihn jetzt einrichtet, bevor es alle tun, hebt sich ohne Mehraufwand von der Konkurrenz ab.
Fazit
Google räumt gerade auf: Weg mit der öffentlichen Fragen-Box, hin zu direkten Kontaktwegen und KI-gestützten Antworten. Für ein Handwerksunternehmen in Bochum oder ein Café in Hattingen bedeutet das vor allem eines: Die Chat-Funktion einrichten, sobald sie verfügbar ist, und das Profil drumherum so vollständig halten, dass erst gar keine Fragen offenbleiben. Mehr zur Pflege deines Google-Unternehmensprofils liest du in Google My Business 2026: Als Dienstleister in NRW oben und Google-Unternehmensprofil 2026: Popularität schlägt Prominenz. Und wenn du wissen willst, wie es um dein Profil und deine Sichtbarkeit insgesamt steht: Genau das schauen wir uns im Online-Kunden-Check gemeinsam an.
Quellen
- Q&A API – Change log – Google for Developers, offizielles Änderungsprotokoll (abgerufen am 28. September 2026)
- Über Ihr Unternehmensprofil mit Nutzern chatten – Google Unternehmensprofil-Hilfe, offizielle Anleitung (abgerufen am 28. September 2026)
- Ask Maps and Immersive Navigation: New AI features in Google Maps – The Keyword, offizieller Google-Blogbeitrag, 12. März 2026 (abgerufen am 28. September 2026)
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